Bemusterung bei Mobau Wirtz – Wir bauen ein Allkauf Haus Teil 4

Endlich ist er da!!!

Der Tag auf den ich mich neben dem Architektentermin wohl am meisten gefreut habe, ist der Bemusterungstermin. Ursprünglich sollte er bereits im Mai stattfinden, aber wie das eben so ist, zog sich alles wie Kaugummi. Wir können gar nicht genau sagen woran es lag. Zum einen mit Sicherheit an den langsamen bürokratischen Prozessen. Jedenfalls fand unser Bemusterungstermin am 3. Juli nun endlich statt. Jeder der ein Allkauf Haus inklusive Bemusterungspaket kauft, fährt derzeit zu Mobau Wirtz nach Heinsberg. Man bekommt eine Hotelübernachtung gestellt, die wir allerdings ersatzlos entfallen ließen. Meine Familie stammt aus der Ecke. So konnte unsere Tochter den Tag mit ihren Cousinen verbringen und wir konnten in aller Ruhe bemustern.

Der erste Eindruck

Das Bemusterungszentrum liegt in einer Art Industriegebiet und ist leicht zu finden. Es gibt ausreichend Parkplätze direkt vor der Tür. Auch der Eingang zur Musterausstellung ist direkt zu finden. Unser erster Gedanke war aber, dass die Räumlichkeiten doch recht überschaubar sind. Das hatte ich mir etwas größer vorgestellt. Ich war im Vorfeld in einem großen spezialisierten Baumarkt bei uns in der Ecke gewesen und hatte eher sowas erwartet. Auf einer digitalen Tafel im Eingangsbereich stand unser Name. Wir wurden gleich freundlich begrüßt. Nach einem Kaffee und ein paar Erklärungen zum Ablauf ging es auch gleich los.

Als erstes wurden alle technischen Daten noch einmal abgeglichen (Grundrisse, Änderungen etc.). Ich hatte natürlich all unsere ausgedruckten Gutscheine vergessen und war heilfroh, als unser Berater sämtliche Daten und Verträge auf einem kleinen Tablet präsentierte. Dann endlich ging es zum interessanten Teil der Bemusterung.

Der Sanitärbereich

Hier konnten wir zunächst aus verschiedenen Waschbecken wählen. Da wir aber sehr präzise Vorstellungen von unseren Waschbecken haben und nichts im Sortiment dazu passte ließen wir die Waschtische und Armaturen entfallen. Der Standard ist hier eher enttäuschend, solche Waschbecken hängen höchstens noch in Schulklos. Im Gästebad wollen wir ein Flusssteinwaschbecken und im Bad soll es ein großes, ovales, weißes Aufsatzwaschbecken sein. Nun wendeten wir uns den Toiletten zu. Im Standard sind einfache klassische Toiletten mit Sockel. Wir wollten eine ohne Fuß und nahmen den Aufpreis von ca. 600 Euro für 2 Toiletten in Kauf.

Bemusterung Mobau Wirtz Allkauf Haus Life 7 Toilette
ich habe leider die falsche Toilette fotografiert, aber unsere ist optisch fast genauso, lediglich der Deckel ist wuchtiger

Dazu wählten wir die optisch etwas ansprechenderen, weißen Abzugelemente mit Silberumrandung, ebenfalls mit kleinem Aufpreis.

Bemusterung Mobau Wirtz Allkauf Standardsortiment
Standardspülung

 

Bemusterung Mobau Wirtz Allkauf
unsere Auswahl

 

 

Die Dusche

Wir haben eine bodengleiche Dusche, bei der man nicht so übermäßig viele Optionen hat anders zu bemustern. Im Standard gibt es nur eine Duschstange mit Handbrause, sowas will aber heute keiner mehr. Daher wählten wir gegen Aufpreis die eckige Regenschauer-Duschkonsole mit Handstück. Dazu nahmen wir den Standardablauf und eine Glaswand.

Bemusterung Dusche Allkauf Mobau Wirtz
dies ist die Regenschauerdusche die wir uns ausgesucht haben
Standard Dusche Mobau Wirtz Heinsberg Allkauf
Das ist der Standardablauf. Es hätte andere Abdeckungen gegeben, die aber schwerer zu reinigen sind. Alternativ gab es noch einen schmalen Wandablauf, der aber teuer war.

Die Badewanne

Die Standardbadewanne traf zu unserer Überraschung genau unseren Geschmack. Auch die passenden Armaturen wählten wir aus dem Standard.

Mobau Wirtz Bemusterung Badewanne Standardsortiment Allkauf
Badewanne und Armatur aus dem Standardsortiment

Für uns war wichtig, dass man bequem in der Wanne liegt. Dazu sollte sie breit und lang genug sein, so dass auch ein großer Mensch bequem darin Platz hat. In unserer alten Wohnung war die Wanne eng, kurz und man hing immer mehr oberhalb der Wasseroberfläche, als im Wasser. Eine Eckwanne kam für uns nicht in Frage. Zum einen passt sie nicht in unser Bad, zum anderen finden wir solche Wannen unpraktisch. Auf den ersten Blick wirkte diese Wanne eher klein. Beim Probeliegen waren wir umso erstaunter, wie viel Platz man hat.

Nach jeder Auswahl in einem Bereich, ging unser Berater zu seinem Kollegen, um unsere Auswahl einzupflegen. In dieser Zeit konnten wir schon mal ganz entspannt die nächste Ecke erkunden.

Die Fliesen

Ich sag es gleich wie es ist, die Auswahl war eher enttäuschend. Bei den Wandfliesen gefiel uns aus dem Standard garnichts. Es gab keine einzige Fliese mit modernem, großem Format. Den Standard erkennt man an dem blauen Aufkleber, alles was anders gekennzeichnet ist, kostet zusätzlich. Hier störte uns ganz erheblich, dass man keinerlei Preisinformationen bekommt. Denn so konnten wir nicht abschätzen, ob eine Fliese uns einen gewissen Mehrpreis wert gewesen wäre. Auf Nachfrage konnten die Berater nur grobe Schätzungen abgeben, wie viel das Produkt mehr kostet. Wir hatten schon im Voraus entschieden, dass wir im Bad Travertin im römischen Verband legen wollten. Dass es den hier nicht gibt, hatten wir erwartet und uns vorsorglich ein Muster von www.jonastone.de mitgebracht. Keine der Wandfliesen passte so richtig zu unserem geplanten Boden. Also ließen wir kurzerhand sämtliche Fliesen für das Badezimmer entfallen.

Bei den Bodenfliesen gefiel uns aus dem Standard genau eine Fliese. Aber auch diese haute uns nicht gerade vom Hocker, da sie eher langweilig ist.

Wir wagten das Risiko und entschieden uns für eine dunkle Bodenfliese mit Preisaufschlag. Diese wollen wir im Erdgeschoss im Flur, im Hauswirtschaftsraum und im Gästeklo verlgegen. Auf dem Foto wirkt sie rötlich, durch das schlechte Licht. Tatsächlich ist sie sogar etwas dunkler als die Standardfliese.

Unser Berater hatte uns gesagt, dass wir im Nachhinein ja immernoch Fliesen wieder weg lassen könnten, sollte uns der Endpreis sehr überraschen. Wir hatten uns für die Bemusterung ein maximales Zusatzbudget von 5000 Euro gesetzt und das wollten wir auch nicht überschreiten.

Als Zusatzpaket für alle Wände erhält man Rauhfasertapete und Tapetenkleister.

Bodenbeläge

Von den Fliesen ging es gleich weiter zu den Bodenbelägen. Auch hier war die Auswahl eher bescheiden. Die Standardlaminatböden wirken billig, sowas möchte keiner. Es gab auch nur vier verschiedene zur Auswahl. Dennoch haben wir uns hier für zwei Laminate mit Preisaufschlag entscheiden können. Es gibt auch Parkett, Fliesen in Holzoptik oder Vinylböden, aber natürlich alles mit Aufpreis. Wir entschieden uns für einen hellen, eichefarbenen, rustikalen Laminatboden für alle Zimmer und den Flur im Dachgeschoss. Hier gefiel mir besonders der Dielenlook und die künstlichen Unebenheiten. Leider gab es keine ganzen Dielen, dass man sich einen Eindruck vom verlegten Boden hätte machen können.

Im Erdgeschoss wählten wir für das Gästezimmer, die Küche und den Wohn-/ Essbereich einen dunklen Laminatboden. Dieser hat auch den Dielenlook, wirkt aber etwas weniger rustikal. Ein dunkler Boden birgt zwar ein gewisses Risiko, aber wir hoffen, dass er sich gut mit den dunklen Fliesen im Erdgeschoss ergänzt.

Die gewählten Laminate wirkten durchaus hochwertig. Dennoch möchte ich hier anmerken, dass es bei der großen Auswahl an guten mittelpreisigen Laminaten wie zum Beispiel von Joka oder Haro, eher enttäuschend ist, dass die Auswahl hier so undurchsichtig und auch bescheiden ist. Wir sind mit unserer Auswahl zwar auch im Nachhinein noch zufrieden, aber man fühlt sich während der Bemusterung doch unwohl. Man ist ständig unsicher, ob man nicht für weniger Geld etwas Besseres gefunden hätte.

Einfach war für uns dann wieder die Auswahl der Kehrleisten, da ich hier schlichte weiße Holzleisten im gesamten Haus möchte. Diese sind leider nicht im Standard enthalten, kosten aber nicht wesentlich mehr.

Zimmertüren

Bei den Zimmertüren ereilte mich persönlich ein kleiner Schock. Ich hatte keine Ahnung wie teuer Türen sein können. Ich hatte vorher im Baumarkt geschaut, da ich gern Kassettentüren gehabt hätte. Dort hatte es auch wirklich erschwingliche Türen gegeben. Bei Mobau Wirtz kosteten die schönen weißen Kassettentüren 600 Euro Aufpreis pro Tür. Die Auswahl an Türen ist hier wirklich groß. Es gibt auch schöne Schiebetüren, die wir aber entfallen ließen.

Es handelt sich um massive Echtholztüren, daher ist der Preis vermutlich in Ordnung. Aber bei vier Türen im Dachgeschoss und drei im Erdgeschoss sprengte das unser Budget. Wir entschieden uns für einen Kompromiss. Wir nahmen für das Dachgeschoss vier weiße, schlichte Türen aus dem Standardsortiment und für das Erdgeschoss drei Kassettentüren mit Aufpreis. Dazu wählten wir schlichte, silberne Türgriffe. Alle aus dem Standardsortiment. Nur beim Gästeklo fügten wir statt einem Schloss mit Schlüssel ein Drehschloss hinzu.

Treppe, Haustür und restliche Bemusterung

Als nächstes wurden uns die Treppen gezeigt. Da wir ja eine geschlossene Treppe haben, gab es nur einfarbige Modelle zur Auswahl. Zur Wahl stand ein bucheartiges Naturholz, weiß oder grau. Man konnte zwischen Holz- und Metallstäben wählen. Meine Wunschtreppe wäre weiß gewesen, mit naturholzfarbenen Trittstufen. Ob der Handlauf dann weiß oder ebenfalls Natur gewesen wäre, war mir relativ gleich. Leider gab es diese Kombination nicht als geschlossene Treppe. Wir erhielten den Tipp nach der Bemusterung Kontakt zum Treppenbauer aufzunehmen. Gegebenenfalls wäre dieser in der Lage Sonderwünsche zu erfüllen. Daher wählten wir eine weiße Treppe mit Metallstäben.

Die Haustür hatten wir zwar im Architektentermin bereits fest gelegt, entschieden uns aber für ein anderes Modell aus dem Standard. Einen Aufpreis wollten wir hier nicht zahlen. Leider waren auch kaum Haustüren ausgestellt. Daher ist es ein wenig Glückssache, ob die Tür uns am Ende gefällt. Wie so gut wie jeder Kunde wählten auch wir den Türgriff mit 20 Euro Aufpreis, ein klassischer, gerader Stab. Die Standardgriffe entsprechen doch eher dem Geschmack der 80 er Jahre.

Mobau Bemusterung Haustür Allkauf Standard
Standard Haustüre

Wir hatten nun noch einmal die Gelegenheit die Farbe von unserem Haus oder unserem Dach zu ändern. Da uns das gezeigte Anthrazit aber zusagte haben wir nichts geändert.

Die Brüstungen an unseren Fenstern im Obergeschoss werden aus einfachem silbernem Metall sein. Letztlich werden unsere Nachbarn sie anschauen, also bleiben wir dabei oder streichen sie irgendwann mal um.

Die manuellen Rollos werden über eine Handkurbel bedient, das System ist leicht und läuft angenehm weich. Kein Grund für Änderungen.

Auch das Elektrikpaket nehmen wir so wie es ist, da man bei kleinen Änderungen gleich eine komplette andere Serie nehmen müsste. Letztlich sind es nur schlichte, weiße Lichtschalter und Steckdosen.

Wir können noch einen Blick auf einen Kaminofen werfen, den Allkauf als unverbindliches Beispiel bei Mobau abgestellt hat. Der Kamin gefällt uns, ob wir aber genau diesen bekommen bleibt die Frage.

Das Finale

So langsam geht unser Termin dem Ende entgegen. Wir werden gebeten uns für ca. eine Stunde eine Beschäftigung zu suchen. Alle Daten werden in der Zeit eingepflegt. Wir nutzen die Pause und gehen eine Kleinigkeit im Nahe gelegenen Einkaufszentrum essen.

Nach einer Stunde müssen wir bloß nochmal alle Unterlagen prüfen und bekommen den genauen Mehrpreis für unsere Bemusterung. Knapp 2300 Euro. Wenn wir nun noch die Fliesen, Armaturen und Waschtische hinzu zählen, die wir noch zusätzlich anschaffen müssen, kommen wir auf ca. 3800 Euro. Damit sind wir deutlich unter unserem Budget von 5000 Euro geblieben und sind zufrieden. Wir erhalten den Hinweis, dass wir alle Ausbaupakete ca. drei Wochen im Voraus abrufen müssen, damit sie pünktlich geliefert werden.

Der Termin war bis 15.30 Uhr angesetzt, wir freuen uns, dass wir bereits um 13.30 mit allem fertig sind.

Fazit

Ein großes Lob an unseren Berater, er hat uns in den richtigen Momenten gute Tipps gegeben. So haben wir gute Entscheidungen getroffen, die sich die Waage hielten zwischen wirklich sinnvollen Zusätzen und einfachem Standard. Wir fühlten uns zu keinem Zeitpunkt unter Druck uns für etwas entscheiden zu müssen. Es war kein Problem, wenn wir etwas nicht wollten und jede Frage wurde geduldig beantwortet.

Dass man während der Bemusterung weder einen Eindruck bekommt, welcher Grundpreis im Standard angerechnet wird, noch wie teuer im einzelnen die Produkte sind ist für uns nicht hinnehmbar. In jedem Einzelhandel muss die Ware zur besseren Vergleichbarkeit mit Preisen gekennzeichnet sein. Hier läuft man quasi blind durch das Geschäft und wird jeglicher Vergleichsmöglichkeiten beraubt. Ich weiß bis heute nicht, ob unser gewähltes Klo völlig überteuert ist und ich ein besseres für weniger Geld bei Amazon bekommen hätte, oder ob die Preise völlig in Ordnung waren. Hier wäre mehr Transparenz wünschenswert und würde das Vertrauen in die Firma stärken.

Die Auswahl ist zwar nicht überdimensional groß, aber für uns war bei fast allem etwas Schönes dabei. Lediglich die Fliesen und Bodenbeläge ließen, wie oben bereits erwähnt, zu wünschen übrig. Hier wäre eindeutig Nachholbedarf, gerade beim Standardsortiment. Natürlich möchte die Firma erreichen, dass man noch den ein oder anderen Euro zusätzlich ausgibt. Aber eine simple Handbrause in der Dusche als Standard anzusetzen, wo es heutzutage auch billige Regenschauerkonsolen gibt ist doch etwas altmodisch. Auch schlichte Waschbecken gibt es mittlerweile in modernen Formen.

Alles in allem haben wir trotzdem ein gutes Gefühl bei unserer Auswahl. Ich konnte den Tag sehr genießen, da er mich ein kleines Stück näher an unser Haus gebracht hat.

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